Blankokredit

Der Begriff Blanko bedeutet Kredit ohne Sicherheit. Unterschreibt die Bank einen unausgefüllten Antrag, der nur die gewünschte Summe enthält, handelt es sich um einen Blankokredit. Auch ein Kredit mit einem ungesicherten Teil ist Blankokredit. Abgesicherte Kredite ohne banküblich bewertbare Sicherheiten werden auch als Blankokredite bezeichnet. Bei diesen Krediten werden Lohn- und Gehaltsabtretungen, Negativerklärungen und Bürgschaften als nicht bewertbar eingestuft.

Warum Blankokredit?

Der Blankokredit setzt ein hohes persönliches Rating aus, deshalb bekäme der Kunde doch auch einen vorteilhafteren, abgesicherten Kredit. Aber gerade bei mittelständischen Betrieben und Unternehmen, die noch in einer kostspieligen Aufbauphase sind oder sich ausbreiten möchten, spielen Sicherheiten eine wichtige Rolle in der Geschäftsführung. Mit ungesicherten Blankokrediten ist es möglich, die Sicherheiten für andere Kredite aufzusparen.

Interessant sind Blankokredite im Bereich des Firmenkundengeschäfts zur Finanzierung des Umlaufvermögens. Um die Kunden im Auge behalten zu können, muss man oftmals den ganzen Zahlungsverkehr über dieses Konto abwickeln. Auf diese Weise hat die Bank die Möglichkeit, den Blankokredit jederzeit zu kündigen.

Voraussetzungen für einen Blankokredit:

  • 1. Eine gesicherte mit einer guten Vermögenslage kombinierte Kapitalbasis
  • 2. Eine stabile Finanzstruktur
  • 3. Eine gute Ertragslage
  • 4. Eine gute Eigenkapitalquote

Aber auch mit diesen Bedingungen ist es nicht leicht, einen Blankokredit zu erhalten. Ein herausragendes Rating ist notwendig, denn durch dieses macht sich die Bank ihr eigenes Bild vom Kunden.

Hat sich die bisherige Geschäftsbeziehung als wahrhaftig erwiesen, wird der Blankokredit erreichbar. Ein Geschäftsführer sollte die Kriterien kennen, nach denen seine GmbH von der Bank beurteilt wird. Aus diesem Grunde ist es ratsam, sich vor dem Antrag mit der Bank zu kontaktieren und über frühere Ratingsanalysen zu diskutieren.

Bankokredite können auch Privatkunden nutzen. Dispositionskredite, Kreditkartenlimite, Mietavale und Ratenkredite sind herkömmliche Beispiele für Blankokredite. Auch Bausparkredite, die im § 7 Abs.4 des Bausparkassengesetzes geregelt werden, sind häufig Blankodarlehen.

Zwischenkredite bis 5.000 Euro oder Bauspardarlehen bis 10.000 Euro werden als Blankokredite bezeichnet, denn diese müssen wegen des niedrigen Betrags nicht unbedingt grundpfandrechtlich abgesichert werden. Auch bei als Negativdarlehen ausgegebenen Bauspardarlehen zwischen 10.000 Euro und 15.000 Euro ist eine grundpfandrechtliche Sicherung nicht notwendig. Der Darlehensnehmer muss dafür eine Negativerklärung abgeben.

Blankokredite sind grundsätzlich kurzfristige Kredite und überschreiten den Zeitraum von einem Jahr nur gelegentlich. Es gibt keine Vereinbarung für eine Rückzahlungsmodalität. Die Rückzahlung erfolgt entweder regelmäßig oder in einer Summe am Ende der Laufzeit.

Da die Bank einen Risikozuschlag erhebt, sind die Zinskonditionen höher als bei abgesicherten Krediten.

Man sollte darauf achten, dass imVertrag bewiesen wird, dass es um einen Blankokredit geht, sonst könnte Sicherheiten nachgefordert werden.